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Osterzeit 2021

Impuls zum Pfingstsonntag (23. Mai) 
 

Wann sind Sie zum letzten Mal ins Kino gegangen? Sicher lange her, vielleicht noch länger als die Corona-Krise dauert. Sicher können wir on-line und in Streaming zu Hause Filme gucken. Aber, es ist … „nit des“ (wir man hier öfters so hört). Heute lade ich euch alle ins Kino ein! Im Kino laufen immer spannende Filme, es gibt Popcorn und es herrscht eine ganz besondere Stimmung (Sound, Gemeinschaft, usw.) Aber Achtung: Wir gehen heute ins … Kopfkino! Augen zu und Vorhang auf für den spannenden Film, dessen Titel ist: Pfingsten! Schon beginnt der Vorspann: Wir sehen eine Pfingstrose im Garten; oder einen Tag von den Pfingstferien; oder könnt ihr vielleicht auch den geschmückten Pfingstochsen sehen? Pfingstochsen kommen von einem alten Brauchtum. Es ist ein Ochse mit bunten Bändern und Blüten am Kopf, der traditionell an Pfingsten die Herde anführt, die zum ersten Mal nach dem Winter auf die Weide darf. Oh stopp, ich glaube wir sind im falschen Film. Macht die Augen wieder auf, wir müssen erst den richtigen Film einlegen! Es geht um das christliche Pfingstfest! Was soll man sich darunter vorstellen? Ein Erstkommunionkind (nicht aus unserer Pfarrei!) hat mal gesagt: Pfingsten ist das Fest, wo es nichts gibt (also, keine Geschenke so wie zu Weihnachten, oder Ostern :). „Pfingsten“ ist irgendwie ein lustiges Wort, das seinen Ursprung im Griechischen hat (Pentecostes) und so viel wie „50 Tage“ bedeutet. 50 Tage waren vergangen, seit Jesus von den Toten auferstanden war. Und nun war der jüdische Pfingsttag gekommen, so heißt es in der Lesung. Drehort: Jerusalem, Schauplatz ein Haus, wo die ganze Crew, also die Apostel und Maria (ganz wichtig! Die Muttergottes ist dabei) zusammengekommen waren. Special Effect: „Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer.“ Es wird heiß! Und auch die Originalversion der Sprache wird anders: Der Sound wird in vielen verschiedenen Sprachen übertragen, und, ganz merkwürdig: Alle verstehen alles: „… denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden!“ Unglaublich.Bei einer Bildbeschreibung des Pfingstbildes eines berühmten Malers (El Greco, Die Ausgießung des Heiligen Geistes, um 1604–1614) sagte ein Mädchen aus der 6. Klasse im Reliunterricht: „Da ist eine Taube zu sehen, die lässt Feuer fallen!“ So, jetzt will ich nicht wissen, was gerade in eurem Kopfkino los ist. Ich musste zugeben, dass es schwer ist, die Herkunft dieser Feuerzungen zu bestimmen, die auf dem Bild über den Köpfen der Apostel in unserer Ikonographie zu sehen sind und von denen die Lesung spricht. Wie ist das möglich? Bis jetzt haben wir noch gar nicht den Hauptdarsteller des Pfingstfestes benannt. Darf ich vorstellen: In der Hauptrolle der Heilige Geist! Er kommt mit einem Brausen und einem heftigen Sturm vor Ort an und erfüllt jeden Einzelnen der Anwesenden. Also ganz großes Kino! Und was ab da geschieht, lässt jeden bis zur damaligen Stunde bekannten Film reißen. Der Heilige Geist übersteigt alles, was das Kopfkino der Menschen sich damals hätte ausdenken können. Erfüllt vom Heiligen Geist begannen Menschen zu sprechen, die keine Ausbildung und kein Studium der heiligen Schriften besaßen und gar keinen Predigerkurs besucht haben. Sie machten sich für die Sache Jesu stark, taten Wunder durch den Heiligen Geist und erlebten sozusagen live und in Farbe die Geburtsstunde der Kirche! Schön und gut, aber … reden wir jetzt hier von einem „alten Schinken“, wie man alte Filmklassiker nennt, die man schon auswendig kennt, weil man sie so oft gesehen hat? Ja, alt ist der Geburtstag der Kirche wohl, vielleicht hat man auch die Lesung vom Heiligen Geist schon oft gehört. Aber wer kann behaupten, das Drehbuch zu kennen? Im Laufe der Kirchengeschichte ging es auf und ab, oft geht es um ewiges Leben oder Tod, um Untreue und Lügen, aber eben auch immer wieder um die ganz große Liebe! Sie steht auf jeder Seite des Drehbuchs. Es gibt ein Happy End, das Gute hat gesiegt, Jesus ist von den Toten auferstanden, soviel steht fest. Aber bis es soweit ist, müssen wir aus dem gemütlichen Kinosessel aufstehen und selbst Teil des Films werden. Der Heilige Geist steht uns da zur Seite, er will uns mit seinem Feuer erfüllen, wie die Apostel und die Mutter Jesu, Maria. Er zieht uns mit, in dem er uns Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung schenkt. Große Worte! Manchmal scheint es schwer zu sein, mit dem Freund oder der Freundin immer freundlich umzugehen. Manchmal hängt der Frieden daheim auch ganz schön schief und es gibt … Stunk und Streit. Dann probiere wirklich mal Folgendes aus: Schließe deine Augen und ruf den Heiligen Geist um Hilfe, rufe ihn, wie es dir in den Sinn kommt. Du kannst z. B. sagen: Komm Heiliger Geist, komm in mein Herz und hilf mir! Ich brauch dich! So mache dich auf seine Wirkung gefasst! Denn er kommt vielleicht ohne Sturmgebraus, sondern ganz diskret und wird dich überraschen: Trauer verwandelt sich dann in Freude, Trost und Friede werden in dein Herz kommen. Es wird besser sein als jedes Kopfkino, denn es ist ein Geschenk des allmächtigen Gottes höchstpersönlich. Liebe Gemeinde: Gott ist ja bekanntlich viel größer als alles, was wir uns vorstellen können. Aber eben genau darum ist es so überwältigend und wunderschön, dass er in unseren Herzen Wohnung nehmen möchte. Lasst uns ihn herzlich einladen, lasst uns Pfingsten feiern, die Ankunft des Heiligen Geistes in unserem Leben!

 
Alois Balint
 
Impuls zum 7. Ostersonntag (16. Mai) - Gedanken zum Patroziniumfest (Hl. Johannes Nempomuk)

In der Mitte des Marienmonats Mai feiern wir den unmittelbaren Sonntag vor dem 50. Ostertag, dem Pfingstfest. Damit ist die Osterzeit – trotz ihrer schier unglaublichen Länge – bald zu Ende. Doch was bleibt? Eigentlich sehr viel: Heute feiern wir keinen „normalen“ irgendwelchen Sonntag, auch wenn wir uns schon in der Pfingstnovene befinden. Heute feiern wir Patrozinium, also unseren Patron, (von lateinisch patronus), unseren Schutzherrn, den heiligen Johannes; es gibt mehrere, Johannes der Täufer, der Evangelist, Johannes vom Kreuz; unser Heiliger lebte vor 600 Jahren und ist aus Pomuk, einer westböhmischen Ortschaft, die heute Nepomuk heißt. Johannes Nepomuk gilt als Schutzpatron von Böhmen, Salzburg, Seckau, Correggio, Prag, Banat, usw. Er ist Schutzpatron der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer und Müller; Schutzpatron des Beichtgeheimnisses und der Verschwiegenheit; Schutzpatron der Brücken und gegen Wassergefahren. Seine Hilfe wird erbeten bei Wasser- und Reisegefahren, Zungenleiden sowie gegen Verleumdung und Gefährdungen der Ehre und Diskretion und als Helfer für Verschwiegenheit. Sie haben sicher gemerkt, dass unser Brückenheiliger auch etwas in der Hand trägt… Was ist das? In der christlichen Ikonographie haben die Heiligen oft etwas in der Hand: Petrus hat die Schlüssel, Paulus das Schwert (alle Märtyrer tragen den Gegenstand, wodurch sie gestorben sind), Antonius von Padua hat das Baby Jesus im Schoss (wie die Madonna), Josef er hält eine Lilie (Zeichen der Keuschheit). Nochmals: Was hat Johannes Nepomuk in der Hand? Ja, genau: ein Kreuz, Zeichen für seinen unerschütterlichen Glauben und weil er sozusagen an den Leiden Christi unschuldig beteiligt war, denn er wurde von dem „katholischen“ König Wenzel in Prag gefoltert und in die Moldau geworfen. Daher hat unser Brückenheilige überall in Süddeutschland, Österreich, quer 3000 Km durch Europa, bis Ungarn und Siebenbürgen ein Kreuz in der Hand. Er guckt übrigens liebevoll auf das Kreuz. Ihm und nicht nur ihm war das Kreuz wichtig. Ist uns das Kreuz wichtig? „Ja, mit einer goldenen Kette am Hals“, sagen manche. Jetzt, wirklich: ist dieses emblematische Zeichen für uns Christen genauso wichtig wie damals, im 14. Jahrhundert für Johannes Nepomuk? Genau vor 25 Jahren, am 16. Mai 1996 erklärte das Bundesverfassungsgericht Teile der Bayerischen Volksschulordnung, wonach in jedem Klassenzimmer der Volksschulen in Bayern ein Kruzifix oder zumindest ein Kreuz anzubringen sei, für verfassungswidrig. Ich war damals in Paris und ich kann mich gut erinnern wie ich die einzige Deutsche, die ich in der Pfarrei kannte, die Frau Theresia Heinzelmann (aus Radolfzell) angerufen habe und sie fragte entsetzt: was ist da los, sogar in Bayern? Dieses Gespräch gab mir seitdem einen wertvollen Denkanstoß. Was bedeutet Tradition wirklich? Ist das nur eine Sammlung von ehrwürdigen Reliquien, die uns gelegentlich als merkwürdige Deko dienen? Heißt Tradition die seit Jahrhunderten bestehende Förderung einer Religion durch den Staat, der die Symbole dieser Religion beschützt? Bedeutet Tradition nicht viel mehr die Weitergabe der christlichen Botschaft durch das Zeugnis der Christen? Ja, es stimmt, der Glaube, die Werte des Christentums sind am Schwinden. Die Bedeutung von Gott, von etwas das größer ist als wir selbst, weicht mehr und mehr dem eigenen Ego, dem Jagen nach Profit, dem Konkurrenzstreben. Aber wir sollten nicht meinen, wir würden das aufhalten, wenn wir alte Bilder restaurieren, schöne Maialtare aufstellen und Kruzifixe in Schulen aufhängen. Wir tragen Verantwortung für die christlichen Werte durch unser Tun, liebe Gemeinde! WIR SIND DIE TRADITION, und es ist an uns, die christliche Botschaft weiterzugeben. Das Kreuz bleibt lebendig als Zeichen des Protestes, wenn wir uns zur Wehr setzen gegen Menschen und Strukturen, die Menschen aufs Kreuz legen! Johannes Nepomuk und sein Kreuz bleibt lebendig als Hoffnungszeichen, wenn wir uns an Jesus dem Christus orientieren, der sich lieber kreuzigen ließ als die Liebe zu Gott und zu den Menschen zu verraten. Jesus sagt auch uns heute: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Damit ist uns die Erinnerung an Jesu Hingabe aufgetragen. Tradition meint, Hingabe durch unsere Hingabe weiterzugeben. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts führt uns zurück zu unseren Wurzeln führt. Es sagt uns: komm schon! Ihr Christen habt es nicht nötig, dass der Staat für euch eure Symbole aufhängt. Ihr seid Mann und Frau genug, ihr habt selbst Ideen und Tatkraft. Seid IHR lebendiges Zeugnis. Darauf kommt es an. Vergisst bitte nie: Wenn ohne Christus nichts, dann mit Christus alles!

 
Alois Balint
 
Impuls zum 3. Ostersonntag (18.April) - Gedanken zu Lk 24,35-48
 

Wenn wir uns die Auferstehungsevangelien anschauen, entdecken wir darin ein regelrechtes Ringen: Jesus kämpft um den Glauben seiner Jünger. Das entdecken wir in fast allen Evangelium-Ausschnitten der Osterzeit. Jesus fragt sie z B, warum sie zweifeln. Egal wie pädagogisch er alles versucht, bleibt das Ergebnis ernüchternd: Sie können es, wenn auch vor Freude, immer noch nicht glauben und (ver)wundern sich. Sie sind irgendwie „Spätzünder“, es ist auch nicht verwunderlich, dass sie in einer solchen Situation so lange gebraucht haben. Sie haben ihn nicht sofort erkannt und manchmal auch verwechselt. Jesus muss um den Glauben seiner Jünger ziemlich kämpfen. Die Berichte lassen uns aber auch einen guten Zugang finden zu dem, was wir meinen, wenn wir christlich von der Zukunft der Toten sprechen und damit eben nicht die Wiedergeburt meinen, sondern von Auferstehung reden. Im Verlauf des Credos bekennen wir sie sogar zwei Mal: einmal im Blick auf Jesus, einmal auf uns hin („Auferstehung der Toten“). Ich möchte deswegen mit Ihnen das heutige Evangelium erneut lesen, um zu erfahren, was Auferstehung ist: Auferstehung und ewiges Leben meinen auf keinen Fall Rückkehr in dieses irdische Leben, so als hätte Jesus am Ostermorgen da mit seinem Leben weitergemacht, wo er am Karfreitag aufgehört hatte. Der Tod ist ein wirklicher Abbruch. Wir verlassen diese Welt und zurück bleiben Menschen, die um uns trauern. Gerade weil der Tod ein wirkliches Ende ist, haben Trauer und Tränen ihren berechtigten Platz. Wir sehen auch Jesus nach seiner Auferstehung verwandelt. Er lebt nicht mehr in Raum und Zeit, d.h. er kann – nach dem Zeugnis des Johannesevangeliums – durch verschlossene Türen gehen. Auch Lukas scheint das anzudeuten, wenn er davon spricht, dass Jesus in die Mitte seiner Jünger trat. Die beiden Emmausjünger gehen einen ganzen Nachmittag mit ihm – und er bleibt ihnen fremd. Als sie ihn endlich erkennen, dann nur an einer Geste, nicht an seinem Aussehen. Maria Magdalena verwechselt ihn mit dem Gärtner. Jesus scheint also verwandelt, anders, nicht einfach derselbe. Er lebt jetzt in der Welt Gottes und tritt aus dieser heraus, um sich seinen Jüngern zu offenbaren. Deswegen heißen biblisch diese Begegnungen nicht einfach „Treffen“, sondern Erscheinungen. Die Bibel will sagen: So wie Gott Menschen erscheint (z. B. Mose am Dornbusch), so ist der Auferstandene seinen Jüngern gegenübergetreten. Das erklärt auch ihre Angst, die zu den Erscheinungen Gottes oft dazugehört: Das Große, Heilige, das meinen Horizont weit übersteigt, tritt in diese irdische Welt ein und zeigt sich mir. Es fordert Ehrfurcht und erregt Ehrfurcht vor seiner Größe. Auferstehung ist etwas Neues, das war bei Jesus nicht anders als es auch bei der Auferstehung der Toten sein wird. Auferstehung meint Leben in der jenseitigen Welt Gottes. Gleichzeitig aber will die Bibel sehr deutlich sagen, dass der erscheinende Jesus derselbe ist, den seine Jünger in dessen irdischen Tagen gekannt haben, mit dem sie durch die Lande gezogen sind, diskutiert und gegessen haben. Am deutlichsten wird dies an den Wundmalen, so auch im heutigen Evangelium: Jesus streckt ihnen seine Hände und Füße entgegen, weil er deutlich machen will, dass die Auferstehung nicht unsere Identität löschen will! Damit wird noch etwas Entscheidendes ausgesagt, das wiederum für die Auferstehung Jesu wie auch die der Toten am Ende der Zeiten gilt: Sie umfasst den Leib und die Seele, die ganze Person also. Auferstehung ist etwas anderes als nur die Fortdauer der Seele im Jenseits, wie es die Griechen erwarteten und glaubten. Von Platon stammt ja das bekannte Wort, dass der Körper das Gefängnis der Seele sei, und dass deshalb der Seele nichts Besseres passieren könne, als vom Leib erlöst und befreit zu werden. Die christliche Sicht ist hier ganz anders: Jesus ist nicht nur Seele. Er hat auch einen Auferstehungsleib. Wenn dieser die Wundmale trägt, soll damit ganz unmissverständlich gesagt sein, dass der Auferstandene aus Leib und Seele besteht, wenn auch verklärt und nicht mehr an Raum und Zeit gebunden. Die christliche Erlösung umfasst also Leib und Seele. Das Christentum ist damit keine Religion, die nur die Seele für das Wichtigste und Wertvollste im Menschen hält und den Leib, die Materie abwertet. Anders gesagt: wir stehen fest mit beiden Beinen auf der Erde. Zugleich aber haben wir den Blick fest in den Himmel gerichtet. Wir sind aber   auf dieser Welt und auch im ewigen Leben Individuen, d. h. einzigartige, unverwechselbare Geschöpfe Gottes, die ihm immer vor Augen stehen, die er nicht aus dem Blick verliert. Das ist eine ganz wichtige und großartige österliche Botschaft: Gott verliert mich nie aus den Augen. Im Leben und im Tod hält er mich in seiner Hand. Liebe Gemeinde! Auch wir sind auf dem Emmaus-Weg unseres Lebens. Auch wir brauchen eine Begleitung und einen Offenbarungs-Moment, wo unsere Augen geöffnet werden. Die Begegnung mit Jesus schenkt uns Zuversicht. DAS ist eigentlich die wichtigste Osterbotschaft: Wo Menschen Jesus vertrauen, wo sie sich ganz auf ihn einlassen, da dürfen und können sie diese Zuversicht, diesen innerlichen Frieden erleben.  „Wer pflanzt, glaubt an die Zukunft.“ Das war eine Überschrift einer Werbung in der Tageszeitung. Ich denke, jeder Kleingärtner wird das bestätigen. Auch wenn man nur einen Blumenkasten bepflanzt, gibt es die freudige Aussicht: Da wird sich in einigen Wochen einiges tun und es wird richtig schön aussehen. Aus Erfahrung wissen wir, dass da so ein Gesetz in der Schöpfung liegt, nach dem immer wieder neues Leben hervorgebracht wird. Von Zukunft und neuem Leben ist auch in der Kirche jetzt sehr viel die Rede. Aber da klingt das noch entschiedener: Wer an die Auferstehung glaubt, hat nicht nur Zukunft, sondern der hat das ewige Leben!

 
Alois Balint
 
Impuls zum Ostersonntag (4. April) - Gedanken zu Joh 20,1-9

 

HALLELUJA! Da feiern wir Ostern und haben es mit einem so verhalten geheimnisvollen Evangelium zu tun, dass der Eindruck aufkommt, als wisse es nicht, wie es die rechten Worte finden soll. Maria von Magdala war am Grab Jesu. Sie eilt zu Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus besonders geliebt hatte. Der Name dieses Jüngers wird nicht eigens erwähnt. Merkwürdig genug: Gerade dessen Name soll nicht in Erinnerung geblieben sein? Beide haben es eilig. Beide haben dasselbe Ziel: Jesu Grab. Warum wird festgehalten, dass der eine schneller war als Petrus? Wollte damit gesagt sein, in diesem Falle war der Weg das Ziel? Dunkel diese Zerfahrenheit! Dunkel auch das Weitere! Der erste am Grab wirft einen Blick hinein, er betritt es nicht. Dann kommt Simon. Er geht hinein, sieht die Leinenbinden und das Schweißtuch und hält detektivisch fest, wo genau Schweißtuch und Leinenbinden lagen. Dann tritt auch der andere ein. Von ihm heißt es, er sah und glaubte. Was sah und glaubte er? Er sah und glaubte, was Simon festgestellt hatte, dass hier Leinenbinden und das Schweißtuch herumlagen, sonst nichts. Dann folgt ein wichtiger Kommentar: Sie wussten nicht, dass der Herr auferstehen musste. Sie wussten es noch nicht „aus der Schrift“. Ihre „Schrift“ war das, was wir das Alte Testament nennen. Für Simon wie für den anderen war völlig ungeklärt, womit sie es in diesem Augenblick zu tun hatten. Sie hatten keinen Leseschlüssel, keine Perspektive. Alles blieb beunruhigend dunkel, ohne Lösung. Sie wussten nichts anderes anzufangen, als nach Hause zu gehen. Punkt. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass es im Johannesevangelium keine einzige Leidensvorhersage und Vorhersage über Jesu Auferstehung gibt. Die Fassungslosigkeit hält das Evangelium viele, viele Jahrzehnte in der Zeit seiner Abfassung immer noch fest! Das ist die stumme und doch so beredte Botschaft: Es geht den Hörern und Lesern des Evangeliums genauso wie es den beiden Jüngern erging. Sie können sich auch keinen Reim machen, was eigentlich nach dem Tode Jesu vorlag. Exakt aus demselben Grunde wird uns heute, 2000 Jahre später, immer noch dieses Evangelium vorgetragen: Wir sollten uns nicht wundern, wenn wir uns auf die Auferstehung Jesu keinen Reim machen können. Ganz wörtlich genommen werden wir das nie können. Aber was wir können, das wäre uns vertrauensvoll einzulassen auf das besondere Ende Jesu, das ein Ende in Gott war. Es war ein neuer Anfang. Ein Anfang mit einer Wirkung bis zum Ostersonntag 2021 und darüber hinaus. Wir sollten uns zutrauen, auch ohne es zu durchschauen, Osterlieder zu singen, die das nach wie vor für uns Ungereimte glaubend zu reimen versuchen.

 
Alois Balint
 
Ostergruß der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Kehl-Hanauerland

Die ACK Kehl-Hanauerland wünscht allen mit diesem Videogruß ein gesegnetes Osterfest, verbunden mit der Einladung, Jesus Christus als das Licht der Welt anzunehmen und weiterzugeben!