
Unsere aktuelle Realität der Coronavirus-Pandemie führt uns in die Geschichte der Arche Noah aus dem Buch Genesis des Ersten Testamentes mitten hinein.
Gott schuf inmitten des Chaos mit seiner Schöpfung Ordnung und damit einen Raum zum Leben. In dieser göttlichen Schöpfung wendet sich der Mensch von Gott und seinem Nächsten ab.
Um diesem Treiben ein Ende zu bereiten, lässt GOTT die Sintflut zu, rettet mit der Arche aber Noah und seine Familie und von jeder Tierart ein Paar.
Nach der Flut schließt GOTT mit Noah und seiner Familie einen Bund – symbolisiert durch das Zeichen des Regenbogens – und verspricht, nie wieder die Menschheit zu zerstören, auch wenn sich der Mensch immer wieder vom ihm abwendet.
Auf der Osterkerze möchten wir diese Erfahrung darstellen. Man kann die Probleme in der damaligen und unserer heutigen Zeit sehen. Sie zeigen unsere Gottesferne und sie verführen uns zu Gottesferne:
Krieg unter den Völkern, Leid und Krankheit, ein verhärtetes Herz, nicht mehr offen für die Liebe und das Wort, Umweltverschmutzung und die Probleme des Klimawandels, der Tanz um das goldene Kalb, der mahnende Mühlstein in Anbetracht der sexuellen Misshandlung in und außerhalb der Kirche, der Ich-süchtige Mensch, der sich von GOTT – dem, der Lebensraum schafft – abwendet. In dieser Abwendung lassen wir letztendlich das Chaos zu: das Tohu- (Öde, Leere) wa- (und) bohu (Unordnung), den Urzustand der Welt vor Erschaffung der Schöpfung.
Martin Buber beschreibt diesen Spannungszustand: „Die Schuld des Menschen ist, dass er in jedem Augenblick die Umkehr tun kann und es nicht tut.“
Doch dort, wo sich der Mensch wieder zu GOTT hinwendet, sich in GOTTES bergender Hand wieder findet, dort taucht er aus den Fluten auf. Der Mensch, der die schwierige Zeit in der Arche annimmt – einerseits abgeschlossen vom Chaos, andererseits scheinbar ohne Sicht auf Gott – ist wieder mit im Boot. Er ist wieder im Bund mit GOTT, wird nicht nur wieder Land sehen, sondern auch Frieden und Freiheit, angekündigt durch die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel.
Sich GOTT anvertrauen, der Alpha und Omega ist, wie es in diesem Liedvers heißt: „Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, liegen bei Dir, Herr, füll Du uns die Hände.“
Kerzenteam 2020: Esther König-Leblond, Michael Beck
