Palmsonntag: Liedpredigt Alois Balint
Karmontag: Jesus zu den Menschen tragen - Impuls E. Humpert

Am Palmsonntag spielte ein Esel im wahrsten Sinn des Wortes die „tragende Rolle“: Auf ihm ritt Jesus in die Stadt Jerusalem ein. Auf einem Esel wohlgemerkt und nicht hoch zu Ross, auf einem einfachen Lasttier und nicht auf einem Reitpferd.
Wie vielsagend ist das! Auf einem Esel zieht man nicht in den Krieg. Mit einem Esel gewinnt man keine Schlachten. Ein Esel ist nicht spektakulär. Aber er ist für viele so wichtig. Denn auf einem Esel transportiert man Lasten, bringt man die Ernte nach Hause, schleppt man Wasser aufs Feld. Ein Esel ist alltäglich – aber er dient dem Leben.
So wie dieser Esel Jesus nach Jerusalem bringt, so sollen wir den Herrn zu den Menschen bringen: Nicht auf dem hohen Ross, sondern auf Augenhöhe. Nicht mit Pomp und großem Getöse, sondern in Demut und Schlichtheit. Nicht hochwürdig, sondern liebenswürdig. Nicht um zu herrschen, sondern allein, um zu dienen.
Den Herrn zu den Menschen zu tragen, den Heiland, den Erlöser und Freund. Einen Herrn, dem man nicht zujubelt aus Angst und Furcht, sondern aus Liebe und Freude, weil er eine gute Nachricht bringt – und Frieden.
Diesen König zu den Menschen zu tragen, das war, wie gesagt, damals der Dienst eines Esels. Und heute ist das der Dienst einer Kirche.
Es ist unser Dienst.
Ehrliche Frage: Was „transportieren“ wir von Jesus in unseren Alltag, in unsere Welt hinein? Was erfahren die Menschen von Jesus, wenn sie uns begegnen?
(nach Richard Baus)
Kardienstag: Schafe ohne Herde - Impuls M. Kramer
Christen zu Ostern 2020
- Wenn die Schafe auch einmal auf den Hirten und die Herde verzichten müssen!
Wir werden das Osterfest feiern … zuhause … wenn überhaupt!
Sei es am Fernseher oder am Computerbildschirm beim Betrachten und Mitfeiern einer live übertragenen Liturgie oder in einer eigenen kleinen Feier alleine oder im Kreis der Hausgemeinschaft. Im Schein einer brennenden Kerze, mit einer Bibel, einen Gebetbuch oder einer Vorlage, die via Internet oder als ausgedruckte E-Mail zur Verfügung steht.
Wir werden feiern als Christen, die aus der Zuversicht leben, dass Gott uns in diesen erschwerten Tagen nicht allein gelassen hat. Seiner Gegenwart dürfen wir gewiss sein, wenn wir glaubend annehmen, dass Jesus sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 20).
Und auch, wo keine zwei zusammenkommen, ist Jesus in seinem Wort gegenwärtig. Was seit Jahrzehnten verkündet und praktiziert wird, dass die Feier des Wortes Gottes seine Eigenwertigkeit im Leben einer Gemeinde und jedes einzelnen hat, gilt eben nicht erst seit der Priestermangel vielerorts sonntags die Wort-Gottes-Feier etabliert hat, sondern auch, wenn wir im ersten Teil der Messfeier das Wort Gottes im Wortgottesdienst feiern. So feiert auch jede und jeder Einzelne zuhause im Lesen der Texte der Kar- und Ostertage seinen Glauben und darf gewiss sein, dass Gott das Verborgene sieht und wertschätzt (Mt 6, 6).

Die Herde fällt nicht auseinander, nur weil der Hirte einmal nicht in unmittelbarer Nähe ist. Wenn das Gelände mit saftigen Grasbüscheln an einem felsigen Hang liegt, dann verteilt sich die Herde auch schon mal. Und jedes Tier darin ist sich sicher, dass die Herde und der Hirte nicht weit sind. Und der Hirte wird die Tiere wieder zusammenrufen und weiterführen.
Die Diskussion ist längst entbrannt, wie wichtig eigentlich der wöchentliche Sonntagsgottesdienst für unseren Glauben ist. Ebenso umstritten die Frage, ob die Messfeier, die ein Priester fast alleine am Sonntag feiert, überhaupt Sinn macht. Der Gemeinschaft im Glauben tut es gut, wenn sie sich regelmäßig trifft, und das wird auch sicher bald wieder möglich sein. Und vielleicht ist der einen oder dem anderen dieses Zusammenkommen am Sonntagmorgen oder am Samstagabend dann wieder wichtiger als bisher.
Aber wie auf einem Prüfstand in Glaubenssachen sollten wir uns in diesen Tagen mit Fragen auseinandersetzen wie:
- Wo begegne ich Gott heute?
- Was hat er heute mit mir vor?
- Und welchen Platz erhält das Osterfest 2020 in meinem Leben?
Karmittwoch: Gottes Kraft in der Schwachheit - Impuls E. Rich-Armas
Die Exerzitien im Alltag haben dieses Jahr in unserer Seelsorgeeinheit das Thema „Geschenkt - Gnade“. Obwohl wir keine Gruppentreffen machen können, geht doch jede der Teilnehmerinnen ihren eigenen Exerzitienweg. Jeden Tag gibt es einen Impuls. Am dritten Tag der dritten Woche hatten wir das Thema „Gottes Kraft in der Schwachheit“. Passend zu diesen außergewöhnlichen Tagen, die wir gerade durchleben. Paulus erflehte von Gott in einem seiner schwersten Momente, er möge doch die Lasten von ihm abnehmen. Als Antwort erhält er: „Meine Gnade genügt dir!“
Schwer zu verdauen, diese Antwort. Aber, egal wie stark unser Glaube ist, das Schwere im Leben können wir nicht umschiffen; wir müssen mitten hindurch, genauso wie Jesus, der auch mitten durch sein Leiden hindurch musste. Ihm blieb nichts erspart. Und er ist diesen Weg gegangen. In der tiefsten Dunkelheit wirkte Gottes Kraft und schenkte ihm ein neues Leben.

Sehr schön finde ich auch den Text von Dietrich Bonhoeffer zu diesem Thema, den er im Gefängnis Berlin-Tegel geschrieben hat:
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber:
Er gibt sie nicht im Voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
Gründonnerstag: Messe mit A. Meier, A. Pummer und A. Balint
Karfreitag: Ökumenischer Kreuzweg
Karsamstag: Begraben - Impuls E. Rich-Armas


